Andreas
Jochum
geboren 1962, gelernter Kaufmann, selbständiger Unternehmer. Aufgewachsen in Dreis-Tiefenbach, unweit von Siegen.
Vor meiner Selbständigkeit als Inhaber einer Werbeagentur lebte ich Ende der siebziger bis Mitte der achtziger Jahre in der Grafschaft Donegal/ Rep. of Ireland. Dort erlebte ich u. a. hautnah die blutige Auseinandersetzung zwischen IRA und der englischen Armee.
Wieder in Deutschland wurde das Rhein-Main-Gebiet zu meinem Arbeits- und Lebensmittelpunkt. Nach einer kurzen Orientierungsphase gründete und führe ich bis heute meine eigene Werbeagentur.
Um dem Stress in Beruf und Alltag zu entkommen, zog und zieht es mich immer wieder zum Trekking ins Mangfall-Gebirge nahe Rosenheim/Chiemsee. Nach einem anstrengenden Tag in den Bergen kann ich dann in den Abendstunden meinem anderen Hobby frönen: ein gutes Buch bei einem Glaserl Wein.
Bücher – eine weitere große Leidenschaft, ihre schiere Anzahl wird immer wieder von Freunden, Kunden und Gästen bestaunt. Es mögen wohl um die dreitausend in meinem Kontor sein.
Ich habe einen erwachsenen Sohn und lebe seit 2017 in der mittelalterlichen Altstadt von Bad Orb.
Ich kann ohne Übertreibung sagen, dass ich einen Großteil meiner Zeit zwischen – aber auch in – den Burgen und Schlössern des Siegerlands und dem angrenzenden Sauerland verbracht habe, und auch noch immer tue.
Heute, mit über vierzig Jahren ungebrochener Faszination für das Mittelalter, möchte ich mit ebenso dramatischen wie spannenden Geschichten die Zeit der Ritterschaft zu neuem Leben erwecken.
Hierzu habe ich mich auch tief in eine unrühmliche Episode der römisch-katholischen Kirche eingegraben: den Albigenser oder Katharer Kreuzzug. Und das nicht im durchaus verbreiteten romantisch-lyrischen Stil, sondern eher realistisch und hart.
Zitat aus „Zwei Brüder“:
Die Welt ist groß und geheimnisvoll und lesen der beste Weg, sie zu begreifen.
A. J. J.
Warum ist das Siegerland wichtig für Ihre Roman-Serie?
Dieser Landstrich ist wichtig für mich, da ich hier aufgewachsen bin. Ich kenne die Menschen, ihr Wesen, die Landschaft, Städte, Dörfer und Burgen.
Woher rührt Ihr Faible für das Mittelalter?
Ich bin zwischen Burgen aufgewachsen, habe in den Ruinen gespielt und ihre Geschichte schon als Kind kennengelernt bzw. in Erfahrung gebracht.
Wie lange brauchen Sie, um einen Roman zu schreiben?
Für einen Roman benötige ich rund ein Jahr.
Wo schreiben Sie am liebsten?
Orte, die mich beim Schreiben inspirieren, sind zum einen meine Bibliothek zu Hause, zum anderen ein bestimmtes Café auf Teneriffa.
Warum schreiben Sie so »harte« Romane aus dem Mittelalter?
Shining Armor-Romane gibt es in meinen Augen genug. Es sind häufig Romane, die nahe dem königlichen Hof spielen: Als spannend-romantisch würde ich sie bezeichnen wollen. Meine Geschichten sind gewollt hart, dreckig und brutal. Sie spielen in den Niederungen des Adels und im einfachen Leben. Nach dem Motto: »Vogel friss oder stirb.«
Also handelt es sich eher um ein neues Genre?
Nein, es gibt diese Romane schon. Ich vergleiche es gerne mit »Western«: Auf der einen Seite die Klassiker à la John Wayne, Robert Mitchum und James Stuart. Die Guten gewinnen immer und niemand von ihnen stirbt. Dann die »Italo Western«: Clint Eastwood, Eli Wallach und Lee van Cleef. Raue Sprache, Drama, Schweiß und Blut. Man schmeckt das Leben. Die Guten gewinnen häufig und lassen dabei auch ihr Leben … gelegentlich.
Ein Markt, in dem man sich noch einen Namen machen kann?
Gewiss, die Leserschaft ist anders. Es sind Menschen, die kein »Schischi« lesen wollen, die den Hunger der Leibeigenen im Mittelalter spüren wollen. Die Leser tauchen in meiner Roman-Serie ein in Furcht, Sorgen, Nöte und Probleme der kleinen Landadeligen, die Sorge haben, wie sie ihre Burg in Stand halten sollen, weil es an Geld fehlt. Marodeure überfallen ihre Dörfer, stehlen das Saatgut oder verbrennen es. Wo keine Ernte, da ist Hunger …